Der Rückzug vom Feriendorfprojekt des Holländers Ed Biermans ist auch für die Interessengemeinschaft „Kontra Feriendorf in Osterwald“ sehr überraschend gekommen.
Wir sehen dies jedoch auch als Belohnung für die recht harte Zeit in den vergangenen fünf Wochen an. Es gab zahlreiche Treffen, lange Diskussionen und Arbeit bis zum frühen Morgen, um die Veröffentlichungen, Briefe, den Infokurier und Internetseiten auszuarbeiten und Entscheidungen zu treffen.
Wir hätten nie gedacht, dass unser Internetauftritt diese Resonanz bekommt.
Bis zum heutigen Tag haben wir 3760 Besucher gehabt und ca. 200 E-Mails bekommen und beantwortet. Wir sind fest davon überzeugt, dass diese Diskussionen wichtig waren - egal welche Meinung vertreten wurde.
Am 11.09.2007 hat die Interessengemeinschaft einen 13- Punkte Fragenkatalog an Bürgermeister H. Martin Kempe und dem Investor Biermans gesandt. Die darauf erhofften Antworten sollten Informationen liefern, die im Normalfall der Gemeinde schon vor öffentlichen Veranstaltungen hätten vorliegen müssen. Bei der öffentlichen Hand ist das nicht anders als in Wirtschaftsunternehmen, man informiert sich besonders bei solchen großen Projekten vorher über seinen Geschäftspartner. „Sollte man zumindest“.
Auszug aus dem Fragenkatalog an Biermans und Kempe:
- Wurde eine Bedarfsanalyse seitens des Investors veranlasst?
- Ist die Finanzierung gesichert, wenn ja, in welcher Weise?
- Es soll ein ‚Mammut-Projekt’ von ca. 23 Hektar mit bis zu 200 Wohneinheiten entstehen, bei der viel Wald abgeholzt werden muss. Welche Umweltverträglichkeitsprüfungen, Naturschutz, Berücksichtigung der Funktion als Schutzwald gegen Sturm und Erosion wurden
durchgeführt?
- Ist die oberste Naturschutzbehörde des Landes informiert, bzw. welche Abstimmungen wurden mit den Landesbehörden vorgenommen – auch unter Berücksichtigung der nach dem BauGB/ Bauplanungsrecht/ Waldgesetz erforderlichen Genehmigungen, insbesondere weil ein Landschaftsschutzgebiet betroffen ist?
- Wer wird den Ferienpark betreiben
Leider sind diese Fragen bis heute unbeantwortet.
Noch in der vergangenen Woche haben sich 4 Mitglieder der Interessengemeinschaft zum Gespräch mit Bürgermeister Herrn Martin Kempe in dem Salzhemmendorfer Rathaus eingefunden, um unter anderem nochmals auf die unbeantworteten Fragen einzugehen.
Sehr sachlich wurden mit Herrn Kempe Punkte aus dem Fragenkatalog erörtert, blieben aber dennoch weiter unbeantwortet.
Das Kernteam der Interessengemeinschaft hat im Gespräch mit Herrn Kempe noch einmal deutlich klargestellt, dass sie nicht grundsätzlich gegen ein Feriendorf im Flecken Salzhemmendorf ist, sondern unter Berücksichtigung der 4 Säulen (Argumentation der Interessengemeinschaft) man über Alternativen nachdenken könne.
- Umwelt (Erhaltung des Waldes und des Landschaftsschutzgebietes, mit allen Pflanzen und Tieren)
- Lage (Dorf im Dorf)
- Dimension (200 Häuser sind zu viel)
- Finanzen (Investoren müssen genannt, Referenzprojekte nachgewiesen und eine Risikoabschätzung vorgelegt werden)
Erstaunt waren wir über das Zitat im Bericht vom 11.10.07 des Bürgermeisters Herrn Kempe, „Die Gegner haben teilweise mit unsauberen Mitteln gearbeitet“. Es ist doch schon seltsam, dass Herr Kempe im Gespräch die Berechtigung unseres Fragenkataloges zustimmte und er ebenfalls diese Information von Biermans gern haben wolle.
In der zum Teil veröffentlichten Presseerklärung des Investors wird Bezug auf Aussagen der Interessengemeinschaft genommen, die schlichtweg falsch und unwahr sind. Es wird darin behauptet, dass Anwohner den Lärm durch Urlauber befürchten. Das Thema Lärm wurde von uns nie erwähnt.
Die auch dort zitierten Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Investors dementieren wir nicht, da sie von unserer Seite nach wie vor vorhanden sind.
Die angebliche „vollständige Projektplanung“ soll in der ersten Bürgerversammlung vorgestellt worden sein. Wir wiederholen uns an dieser Stelle. Zu einer vollständigen Projektplanung gehört mehr als bunte Bilder, nämlich Bedarfsanalysen und Machbarkeitsstudien.
Erstaunt sind wir über Aussagen von vereinzelten Gemeindepolitikern wie z.B. Herrn Schmiedekind, der behauptet, dass wir die Feriendorfpläne pauschal abgelehnt haben, obwohl wir mehrfach angeboten haben, gemeinsam – auch noch im Gespräch mit Herrn Kempe- Alternativen zu erarbeiten.
Auch auf unserer Internetseite haben wir über Beweggründe und Alternativen gesprochen.
Herr Biermans behauptet zum Schluss, daß seine Fakten seitens der Interessengemeinschaft bewusst ignoriert oder verfälscht wurden. Wir können nur soviel sagen, dass wir mit großem Interesse seine genannten „Referenzprojekte“ im Internet angeschaut und uns aus den Parks telefonisch Informationen eingeholt haben, aber leider feststellen mussten, dass die Person Ed Biermans sowohl als Investor als auch Betreiber dort nicht bekannt war. Das waren die genannten Referenzen in Heelderpeel (NL), Grandcamp-Maisy (F) und Kasteldomain (NL) usw.
Ein Investor, der Projekte im Wert von mehr als 120 Mio.€ in Planung hat, legt im gängigen Geschäftleben aussagekräftige Präsentationsunterlagen vor, die mindestens über Investor(en), das Marktpotential, den Betreiber und das geplante Vermarktungskonzept ausführlich informieren.
Sollten die angegebenen Referenzen in Holland und Frankreich von Herrn Biermans tatsächlich umgesetzt worden sein, so müssten mindestens aus den Projekten noch vorzeigbare Unterlagen bestehen. Leider konnten diese auch nicht vorgelegt werden.
Uns liegt sehr viel daran, die Harmonie und den Gemeinschaftssinn in Osterwald wieder herzustellen, da diese Punkte -durch die letzten turbulenten Wochen- auf der Strecke geblieben sind.
Die von uns aufgehängten Banner werden wir kurzfristig entfernen und wir würden uns freuen, wenn jeder seine aufgestellten Protestplakate ebenfalls entfernt.
Des weiteren werden wir dem Aufruf des Osterwalder Ortsrates folgen und am Arbeitseinsatz zur Dorfverschönerung am 13.10.2007 teilnehmen.
In einem gestern geführten Gespräch mit dem Osterwalder Bürgermeister Herrn Walter Kramer haben wir unsere Hilfe zur Mitwirkung an sanfter Tourismusentwicklung angeboten. Wir haben uns für nächste Woche zu einem Gespräch verabredet.
Nochmals vielen Dank an unsere fleißigen Helfer und alle, die uns unterstützt haben.
Wir sehen uns.
Ihr Kernteam